Bayerisch lernen - Tilgungen und Streichungen

Im Bayerischen werden eine Reihe von Buchstaben in Endungen oder
Wortanfängen "verschluckt".
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Ein Präfix (auch Vorsilbe) ist ein Affix (= Silbe),
das vorne an den Wortstamm angehängt wird.
Ein Suffix ist ein an den Wortstamm angehängtes
Affix (= Silbe). Eine Endung ohne eigenständigen Sinn.
Ein Substantiv (auch Hauptwort, Namenwort oder Dingwort;
zum Teil auch Nomen) bezeichnet ein bestimmtes Objekt oder
eine bestimmte Person, die in Raum und Zeit existieren oder
existiert haben.
Das Adjektiv (Eigenschafts- oder Beiwort) ist die Wortart,
welche die Beschaffenheit oder eine Beziehung eines Dinges
oder einer Sache beschreibt.
Ein Adverb (Umstandswort) ist ein Wort, das ein Verb,
ein Adjektiv, ein anderes Adverb oder einen ganzen Satz näher
bestimmt.
Plosiv (auch Explosivlaut) werden Konsonanten genannt,
bei deren Artikulation der Atemluftstrom vollkommen blockiert
wird; durch die sofort darauf folgende Wiederfreisetzung des
sich angestauten Luftstroms entsteht eine kleine "Explosion",
die den Klang erzeugt.
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Tilgung von Nasalkonsonanten
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Steht nach einem Vokal ein Nasalkonsonant (z.B. "N")
im Auslaut, wird dieser getilgt
(Beispiel "schön" - "sche", "klein"
- "gloa", "Mann" - "Mo", "an"'
- "o" |
Reduktion und Tilgung von Präfixen ("ge-")
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vor Dauerlauten (= Vokale, M, N, R, L, H, V, F, S) wird "GE-"
auf "G-" reduziert
(Beispiel "gearbeitet" - "gabad", "gemacht"
- "gmachd")
Das Gleiche gilt für Substantive, Adjektive und Adverbien
(Beispiel "Gesicht" - "Gsichd", "gesund"
- "gsund") |
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vor Plosiven (P,T,K,B,D,G) verschwindet "GE-" ganz
(Beispiel "gekocht" - "kochd", "getan"
- "doa", "geblieben" - "blim")
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Reduktion und Tilgung von Suffixen ("-en")
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Beim Suffix "-EN" wird der Vokal "-E"'
im Bayerischen regelmässig getilgt. Der Nasalkonsonant "-N"
schliesst sich an das Wort (den Konsonanten) an.
Ist der Konsonant ein Plosiv (B,D,G), verschwindet er ebenfalls.
(Beispiel "wir geben" - "mia gem", "wir
legen" - "mia leng", "wir baden" -
"mia bon") |
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Nach einem Nasalkonsonanten bleibt der Vokal erhalten. Er
verwandelt sich aber zu "-A" (in seltenen Fällen
zu "-GA")
(Beispiel "wir schwimmen" - "mia schwimma",
"wir gehen" - "mia genga") |
Die R-Vokalisierung
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Durch die R-Vokalisierung wird die Aussprache von "R"
zu "A"
(Beispiel "Vater" - "Foda", "Mutter"
- "Muada", "Bruder" - "Bruada") |
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Zwischen einem "A" und einem folgenden Konsonanten
kommt es zu einer Verschmelzung und zu einer Ersatzdehnung.
Diese wird folglich als Langvokal geschrieben.
(Beispiel "Parlament" - "baalament", "ein
warmes Bier" - "a waams bia") |
Die L-Vokalisierung
Ebenso wie die R-Vokalisierung ist auch die L-Vokalisierung völlig
generalisiert
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nach hinteren Vokalen (A, O, U)
(Beispiel "Soldat" - "Soidad", "er
soll" - "ea soi", "Tulpe" - "Duibbn",
"also" - "oiso", "kalt"- "koid") |
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nach vorderen Vokalen (I, E)
(Beispiel "Milch" - "Muich", "viel"
- "fui", "Brille" - "Bruin", "schnell"
- "schnei") |
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